Neujahr in Marokko - unterwegs im Expeditionsmobil MAN 19.403 FALSX

Unterwegs-im-Tesomobil-durch-Marokko, das Expeditionsfahrzeug MAN 19.403 FALSX, (die ehemalige Sattelzugmaschine der Bundeswehr), selber umgebaut zum
Offroad-Expeditionsmobil mit Platz und Komfort für die ganze Familie. Weltweit unterwegs im eigenen Zuhause sagen wir immer - denn nichts ist schöner
als die Welt zu bereisen



(die Lagune von  Moulay Bousselhamm)

Moulay Bousselhamm, bzw der dortige Camping bietet uns für ein paar Tage etwas Ruhe, die Möglichkeit unsere Tanks zu Entleeren und aufzufüllen, entwickelt sich im Laufe der Silversternacht jedoch auch zu einer ausgewachsenen Diskothek. Interessanterweise ist es gerade die Siegburger Gemeinde, die sich um uns versammelt hat, aus der die Musik erklingt. Nun ist die Musik nicht die unsere, geschmacklich gesehen, aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden  – aber üben wir Toleranz. Silvester ist bekanntlich nur einmal im Jahr, Paula gewöhnt sich an alles und morgen Früh wollen wir eh das rollende Zelt abbrechen und weiter gen Norden fahren in Richtung Tanger.



So verlassen wir unseren eingezäunten Campingplatz, auf dem wir Ruhe vor den Einheimischen – zum Erholen – gesucht haben um dann eine deutsche Silversterparty in Marokko zu genießen. So ein einsamer Strand ist dann doch der bessere Ort der Übernachtung, gerade auch Paula wegen, als dance- oder house-music bis um drei Uhr morgens. Denke mir noch, was sich wohl ein Marokkaner denkt bei diesen Klängen und schlafe dann doch ein. Aber die 60mm Wandstärke sowie die KCT-Fenster bieten auch den nötigen Schallschutz und so lassen wir nochmals die Weihnachtsbeleuchtung leuchten und entspannen.

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Nach dem Frühstück – die Partytiger schlafen noch – dieseln wir los. Es ziehen noch einige schöne Strände am Fenster der Fahrerseite vorbei und ab und an denke ich sogar daran einfach nach links abzubiegen um wieder irgendeine Düne zu erklimmen mit dem Tesomobil um die Aussicht auf das Meer zu genießen. Aber, das Lenkrad lenkt geradeaus und es geht, Kilometer für Kilometer weiter nordwärts.

 
(mit dem Expeditionsfahrzeug an der Küste unweit Tanger, Marokko)

Kurz vor Tanger biegen wir dann doch links ab, um zur Grotte des Hercules zu fahren. Ihm, der an hiesiger Stelle das Meer geteilt hat, bzw. seiner Grotte, wollen wir einen Besuch abstatten, als einen der letzten Besuche in Marokko. Doch, da er gerade nicht da ist, fahren wir doch noch einige wenige Kilometer weiter und erreichen einen schönen Mirador (Aussichtspunkt) kurz dahinter. Etwas müde der letzten, knapp 3.500 Kilometer, wollen wir drei momentan, außer dem Stillen des Hungers, rein gar nichts. Nichts sehen, nichts hören – in Ruhe gelassen werden. Als hätten wir es geahnt, stellen wir das Tesomobil bereits zur Nachmittagsjause ins Wasser, um die Voraussetzung für einen guten Schlaf zu schaffen und kümmern uns erst einmal um das schwächste Glied unserer Reisegruppe, das etwas raunzig ist am heutigen Tag.

 
(unsere Lieblings-Stellplätze, mit unserem Allrad-Wohnmobil am oder über dem Meer)

Zum Sonnenuntergang kommen immer mehr automobile Nachbarn auf den Parkplatz auf dem wir stehen und den einige Meter weiter. Beide, direkt über dem Strand des Cap Spartel. Es wundert uns noch, warum auf dem Parkplatz einige Meter weiter ein (selbsternannter) Parkplatz-Sherif – jemand, der sich einfach eine Warnweste überwirft, um von dem ein oder anderen 10 Dirham zu kassieren für was auch immer – seiner Beschäftigung nachgeht, während auf unserem Parkplatz einfach die Anarchie herrscht.

 
(Expeditionsmobil-Silhouette im Sonnenuntergang Marokkos)

Das Rätsel soll sich am nächsten Morgen lüften. Die Müdigkeit übermannt uns drei und die verstopft und verschnupfte Kinds- und Papa-Nase rufen ins Bett. Dass hier noch die Gendarmerie auftauchen wird, ob nun königlich oder geheim, um uns am Übernachten zu hindern denken wir eher nicht. Schließlich steigt die Anzahl der Parkplatznutzer auch noch nach Hereinbrechen der Dunkelheit.

Der Wind pfeift morgens noch immer um das Mobil. Zum ersten Mal unserer Marokkoreise weckt uns nicht die zum Fenster auf die Nase hereinscheinende Sonne sondern die durch großzügiges Lüften während der Nacht hereingekrochene Kälte am Morgen. Als ich die Treppe hinuntersteige fallen mir bereits die vielen weißen Flecken auf dem Parkplatz, einige Meter weiter auf. Schlaftrunken beobachte ich, wie sich auch manche weiße Flecken, vom Wind mitgerissen in die Lüfte heben und sich scheinbar zu den Wolken gesellen zu wollen. Mit Entzünden der Zigarette – gegen den Wind, kurz nach dem Aufwachen – drehe ich mich um und staune nicht schlecht. Sieht es auf unserem Parkplatz geradezu aus, wie am Drehort der letzten Tempo-Reklame. Alles voller Tempotücher. Ich erinnere mich der letzten Zigarette gestern Abend, als ich niemand auf dem Fahrersitz des benachbarten Autos sah, dafür jedoch zwei auf der Rückbank. Währenddessen standen mindestens fünfzig PKW auf dem Mirador, alle mit der Windschutzscheibe zum Meer gerichtet – zwei Meter Respektabstand zum Nachbarn.

Als ich zu Karin ins Mobil komme und sie mich fragt was ich so lange da draußen gemacht habe sage ich nur wir stehen hier nicht am Mirador – vielmehr am Fickador.

Beim Frühstück spinnen wir beide den Gedanken weiter und nun ist auch klar was der Parkplatz-Sherif am anderen Parkplatz für eine Bewandtnis hat. Er ist eifrig dabei den Parkplatz wieder herzurichten, bevor die nächsten Besucher – seien es Touristen oder Einheimische Nutzer – ihn das nächste Mal in Anspruch nehmen. Unser Parkplatz hätte auch einen Sherif gebraucht, um das Meer von Tempos wegzuräumen. Vielleicht ist es sogar der, von, einige Meter weiter und er sammelt die Spermaproben rotierender weise mal hier und mal dort. Wir wissen es nicht, da wir weiter fahren wollen, können wir es auch nicht herausfinden.

 

Erstaunliche Villen stehen an diesem Stück der Küste, kurz vor Tanger. Mitunter königlich, was an den drei verschiedenen Wachen - Polizei, Geheimpolizei und Palastwache - die alle gemeinsam in der Einfahrt zur Zigarette stehen zu erkennen ist.

Tanger ist nach kurzem Auf und Ab durch diese außergewöhnlich schöne und reiche Gegend – die sicher nicht repräsentativ für Marokko ist - erreicht. Hier sieht es mancherorts fast aus, wie in Las Vegas. An der Küste reihen sich mittlerweile die namhaften Hotelkettenbauten und frische Palmen werden gepflanzt. Die Strandpromenade wird renoviert und große Plakate am Wegesrand kündigen die steigenden Grundstücks- und Immobilienpreise dieser Gegend an da sie mit zwei auf dem Plakat zu sehenden Kreuzfahrtschiffen die Hafenrenovierung bewerben. Nach der Animation des Städtebau-Architekten ist hier demnächst nicht mehr Tanger sondern Kingstone. Scheinbar ist hier in letzter Zeit - wie eigentlich überall - viel Geld hingeflossen und dazu auch als Nebenprodukt ebenso viel Luft. Denn die meisten der Condo-Anlagen stehen, wie auch in Spanien, schlichtweg leer.

Im Hafen Tanger-Ville geht es dann wieder zu wie sonst in Marokko. Es wuselt, jeder winkt und erzählt. Wir mögen dies mittlerweile und sind obgleich des Stresses des Hafenmitarbeiters sehr gelassen. Für Paula ist heute alles vorbereitet und als absolute Ausnahme, darf sie heute mal im Fahrerhaus auf Mamas Schoß essen und muss nicht am Tisch sitzen.

 
(Mittagspause im Fahrerhaus des Expeditionsmobil MAN 19.403 FALSX)

Vollziehen die verschiedenen Prozeduren, wie Auto ausklarieren und Personen ausstempeln, wobei die Personen gar nicht anwesend sein brauchen. Lediglich einer geht zum Zollschalter hat einen Stapel Pässe dabei und holt sich in jeden einen Stempel. Alles gut, Familie gilt somit als ausgereist.


(Expeditionsmobil und Flüchtlingsproblematik)

Wir haben Zeit, sind wir unter falschem Kennzeichen und ohnehin einen Tag als noch letzten Monat gedacht unterwegs. Ab jetzt gibt es selbst für die Hafenarbeiter keinen Grund zur Hektik mehr da alles und jeder erst einmal auf die Ankunft der Fähre wartet. 

 

Diese lässt jedoch auf sich warten – die Wartezeit vertreiben wir uns mit Gesprächen mit anderen Reisenden – und ich staune nicht schlecht, als ich zwei junge Afrikaner dabei entdecke, wie sie sich gerade ein gemütliches Plätzchen unter dem Fahrgestell suchen.

 
(Allradwohnmobil im Hafen von Tanger)

Das Mobil ist bereits durch die Röntgenanlage, alle Formalitäten sind erledigt. Wir warten nur noch im Sicherheitsbereich der wie es scheint so seine Lücken aufweist.

Die Buben sind vielleicht maximal Teenager und nehmen ihr Entdeckt-werden mit einem Lächeln und verschwinden im Wirrwarr. Der eine von ihnen war von Kopf bis Fuß komplett durchnässt. Ich überlege kurz, ob es nicht besser gewesen wäre, flott die Kabinentüre aufzusperren und sie ins Mobil zu lassen. So hätten wieder zwei Menschen die Verbesserung ihrer Lebensumstände erreicht und zudem eine reelle Chance etwas aus ihrem Leben zu machen. Wir sind ohnehin bereits kontrolliert und in Tarifa wird es, wie wir es später von der spanischen Polizei hören, heißen, „sind Sie aus Deutschland? – Lächeln – hey Schweinsteiger! – und durch“. Also nichts mit Röntgen und Einreisekontrolle. Bislang hat noch niemand in unseren Kofferraum unterm Bett geschaut – hätten locker fünf bis sechs Menschen Platz gefunden. Ins Bad, locker zwei drei. Und im Elektrostauraum unter Paulas Bett auch nochmal einer.

Dabei fallen mir die Bilder aus dem Checkpoint-Charlie-Museum ein, wo Menschen in umgebauten Kraftstofftanks und unter der Sitzbank eines Ladas über die Deutsch-Deutsche Grenze geschmuggelt wurden. Da wäre das Tesomobil geradezu eine Kreuzfahrt gegen. Aber, ob nun gesetzeskonform und angepasst genug, oder mutlos – wir haben niemanden mitgenommen bzw. mitgebracht aus Tanger und wer weiß, ob die beiden Burschen es auf einen anderen LKW geschafft haben. Der Hund, der schnüffelnd um unser Auto lief vor Befahren der Fähre, hätte sie bestimmt nicht mehr gerochen, so motiviert wie der aussah.

Mit - die Dauer einer Überfahrt bei weitem übersteigender – „Verspätung“ kommt unsere Fähre und wir rangieren rückwärts auf einen der beiden LKW-Plätze, Klappe hoch und auf geht’s Richtung Europa. Für uns ganz normal, für andere das Heil der Welt.

Eine Schande eigentlich, dass es solch eklatante Unterschiede gibt. Aber das ist politisch und soll sich in dieser Form hier nicht wiederfinden.

Tarifa ist ja nur ein Katzensprung und wir – die wir uns in einen gepolsterten Sessel der Fähre niederlassen – denken bereits über den Einkaufszettel für den Supermarkt in Tarifa nach. Sind die Klamotten des Afrikaners eigentlich schon trocken, oder haben sie ihn geschnappt, als er es beim Nächsten versuchte?

Tatsächlich füllen wir die Vorräte auf im besagten Supermarkt und gondeln hinüber zu den Playas Norte an denen wir vor vier Wochen noch Muschelketten gebastelt haben. Es regnet, der Himmel ist wolkenverhangen in verschiedensten Grautönen. Doch wir sind froh, dass wir wieder hier sind. Jetzt ist alles wieder OK – hier gilt auch wieder unser Versicherungsschutz. Zwar hat man uns bereits vor vier Wochen gesagt, dass es quasi unmöglich sei ohne Nachweis der Versicherungsdeckung überhaupt die Einreiseformalitäten zu überstehen. Es wird viel erzählt. Wir zockten – hätten im Bedarfsfalle eben dort eine Versicherung für das Fahrzeug abgeschlossen – und gewannen. Es muss ja nicht immer etwas passieren und so verzichten wir mitunter auf die deutschösterreichische Vollkaskomentalität.  

 
(MAN 19.403 FALSX, gerade einmal eingefahren - da bleibt noch Platz zum Welt bereisen)

3.500 und ein paar Kilometer sind wir in Marokko gereist – mal überlegen, wie unser Fazit aussehen wird und vor allem, wie morgen das Wetter aussehen wird. Danach richten wir erst einmal unsere weiteren Pläne.

 
(Schabernak vor dem Tesomobil)

Wir hoffen, das Neue Jahr hat für euch gut begonnen und grüßen herzlich aus dem

    

 





Veröffentlicht am:
17:17:17 05.01.2016 von admin1